Wie Veränderung gelingen kann

 

1. Die Situation eines Ehepaars im Alltag beschreiben

 

Im ersten Beratungsgespräch mit Irene Leupi (Name geändert) geht es ausschliesslich um ihren Ehemann:

 

Nach über 30 Jahren Ehe, vier erwachsenen Kindern und einem eigenen Haus, laufe nun so einiges schief.
Ihr Mann sei grob, faul, unordentlich und lasse sich gehen. Sie könne unter diesen Umständen nicht mehr mit ihm weiterleben. Ob ich ihn behandeln könne?

 

Wie abgemacht, rief mich ihr Ehemann einen Tag später an.
Er sei froh, dass seine Frau nun endlich Hilfe in Anspruch nehme. Sie sei nörgelnd, unzufrieden, er vermute, sie habe eine Depression.

 

Ich kläre ihn auf: «Nicht Ihre Frau will eine Behandlung, sondern Sie sollen sich helfen lassen».
Da lachte er laut.
Ihm gehe es gut, er benötige mit Sicherheit keine Unterstützung, sondern seine Frau.

 

Herr und Frau Leupi waren also jeweils der Überzeugung, der andere benötige Hilfe. So kamen wir natürlich auf keinen grünen Zweig. Deshalb empfahl ich den beiden eine Paartherapie, doch das kam für sie und ihn nicht in Frage. Jeder sieht den Fehler beim andern, ohne sich selbst zu hinterfragen.

So war mein Auftrag bei Herrn und Frau Leupi nach zwei Gesprächen bereits wieder beendet.

 

2. Wie Lösungsmöglichkeiten aussehen können

 

Es ist viel einfacher, anderen Tipps zu geben, was sie alles besser machen können.
Doch längerfristige Veränderungen beginnen bei uns selber.

 

Wann ist es Zeit für eine Veränderung?

Wenn sich folgende Anzeichen bemerkbar machen:

  • Unzufriedenheit
  • Persönliche Schwierigkeiten
  • Mangelnde Lebensfreude
  • Unglücklich sein
  • Einsamkeit
  • Überforderung
  • Sich körperliche Symptome zeigen
  • Sich als Opfer von den Lebensumständen fühlen
  • Das Gefühl, im Leben nicht weiterzukommen

 

Und viele mehr…

 
Warum sind Veränderungen so schwierig?

Eine Veränderung von lieb gewonnenen Gewohnheiten, Verhaltensweisen und festgefahrenen Denkmustern ist so schwer, weil diese tief im Unterbewusstsein verankert und damit mit vielen Emotionen besetzt sind. Es bedeutet, Gewohntes, Vertrautes loszulassen, was wiederum Ängste auslösen kann.

Prägungen von unserem Elternhaus und unsere Lebenserfahrungen, erschaffen Überzeugungen und Glaubenssätze, welche unsere Sichtweise stark beeinflussen. Wir sehen die Welt wie durch einen Filter, der durch unsere Prägungen und Denkweise entstanden ist.

Auch sind wir Gewohnheitsmenschen. Unser Gehirn liebt Rituale, um Energie zu sparen. Ein kleiner Vergleich: Das Gehirn macht 2% von unserem Körpergewicht aus, benötigt aber 20 % der Energie.

 

Wenn die Ängste die Veränderung verunmöglichen

Dies kann sein bei:

 

·         Angst vor Kontrollverlust

·         Angst vor Überforderung

·         Versagensangst

·         Angst vor Unzulänglichkeiten

·         Angst vor den Konsequenzen

·         Angst vor dem Alleinsein

·         Finanzielle Angst

·         Angst vor der Zukunft

 

Und viele mehr…

 

Die Angst hat eine überlebenswichtige Funktion in unserem Leben. So ist es wichtig, bei realer Angst diese unbedingt ernst zu nehmen und dementsprechend zu handeln.

 

Viele Ängste sind jedoch nicht real. Sie täuschen Bedrohungen vor, die in Wahrheit gar nicht existieren. Solche nicht reale Ängste entwickeln sich meist langsam, aber stetig durch negative Gedanken wie: Sorgen, Befürchtungen, Vorstellungen was alles passieren könnte. In der nicht realen Angst geht es somit um die Bewertung, welche wir den Situationen und Gegenständen geben.

Daraus entsteht ein Regelkreis: Die Gedanken erschaffen Gefühle, Gefühle erzeugen Handlungen,die Handlungen werden zu Gewohnheiten, welche unseren Alltag bestimmen. Daher ist es wichtig, sich von erlernten Ängsten wieder zu befreien.

 

Wie gelingt eine Veränderung wirklich?

Egal, ob Sie sich mehr bewegen, die Wohnung aufräumen oder eine neue Bekanntschaft machen wollen. Wenn etwas in Bewegung kommen soll, dann braucht es einen inneren Antrieb.

 

„Eine Gewohnheit kann man nicht einfach zum Fenster hinauswerfen.

Man muss sie Stufe für Stufe die Treppe runterschmeißen.“

(Mark Twain)

 

Hier eine Anleitung:

  1.  Werden Sie sich bewusst, was Sie in Ihrem Alltag verändern möchten (z. B. sich mehr bewegen). Gehen Sie Ihren Gedankengängen, Gefühlen und Handlungen auf den Grund.
  2. Reflektieren Sie: Wenn Sie sich bis anhin kaum bewegt haben: Was für Ängste liegen verborgen? Was für Prägungen haben Sie? Haben Sie Ausreden? Welches ist Ihre ehrliche Einstellung zur Bewegung? Wie denken ihre Familie und Freunde über das Thema Bewegung?
  3. Nachdem Sie nun wissen, wie Ihre Situation ist, konkretisieren Sie Ihr Ziel. Was möchten Sie erreichen? Formulieren Sie Ihr Ziel so genau und detailliert wie möglich. Idealerweise haben Sie ein Bild vor Augen, wie Ihr Leben dann aussehen wird.
  4. Wenn Sie Ihr Ziel formuliert haben, dann fragen Sie sich: Warum möchten Sie sich mehr bewegen (z.B. um abzunehmen)?
  5. Gehen Sie Frage um Frage immer weiter in die Tiefe. Als Beispiel: Warum abnehmen? Um sich leichter zu fühlen. Warum sich leichter fühlen? Um selbstbewusster zu werden. Warum selbstbewusster werden? Um im Sommer einen Bikini zu tragen?, etc.
  6. Sagen Sie Stopp zu hinderlichen Gedanken. Sobald Sie zu viel denken - ob Sie jetzt marschieren gehen oder fernsehen sollen - sagen Sie „STOPP“ zu sich und setzen das neue Verhalten um.
  7. Gehen Sie in kleinen, täglichen Schritten vor. Das Gehirn braucht Zeit, das neue Denken, Fühlen und Handeln zu erlernen und in neue Gewohnheiten zu verwandeln. Es dauert, bis neue Neuronenverbindungen im Gehirn entstehen und so stark sind, dass die ehemaligen Gewohnheiten verkümmern, und die Neuen automatisch verwendet werden.

 

Wie dies konkret aussehen kann 

Um beim gleichen Beispiel, sich mehr zu bewegen, zu bleiben:
Gehen Sie in der ersten Woche abends 15 min laufen und erst danach auf die Couch.
In der zweiten Woche laufen Sie 30 min.
In der dritten Woche steigern Sie das Schritttempo, von laufen hin zu marschieren.
Steigern Sie sich wöchentlich und führen Sie es weiter, bis Sie Ihr gewünschtes Ziel erreicht haben.

 

 

 

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Stossen Sie mit Ihrem Erwachsenen- Ich Ihr Inneres an. Dadurch bringen Sie Schwung in ihr System. So kommen auch träge Persönlichkeitsteile in Bewegung. 

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Ist der Schwung mal da, und Sie spüren die ersten Verbesserungen, dann ermutigen diese zusätzlich.
Sollten Schwierigkeiten auftreten, dann vergewissern Sie sich immer wieder, warum Sie die Veränderung wollen.
Besinnen Sie sich auf Ihr Ziel. Und erhalten Sie den Schwung.

 

3. Eine Aufgabe für Sie persönlich

 

Falls Sie nun denken: Wie soll ich das bloss schaffen?

Denken Sie zurück, als Sie das letzte Mal etwas, was Ihnen zu Beginn schwergefallen ist, umgesetzt haben.
Wie hat sich das angefühlt? Fühlen Sie sich hinein in die Energie von damals.

Wenn Sie es damals geschafft haben, warum sollte es jetzt nicht klappen?

 

An dieser Stelle empfehle ich den pragmatischen* Ansatz:

Machen Sie es einfach. Täglich. Schritt um Schritt. Durch alle Höhen und Tiefen.

*auf die anstehende Sache und entsprechendes praktisches Handeln gerichtet

 

Seit vielen Jahren unterstütze ich Menschen beim Auflösen von Blockaden, Ängsten oder Vermeidungsverhalten.
Kein Weg führt am Beginnen, Durchführen und Dranbleiben vorbei.

Ich habe bis anhin noch niemanden kennengelernt, welcher ohne ins Handeln zu gehen, seine Ziele erreicht hat.
Auch braucht es Willen, Selbstdisziplin und Ausdauer, damit nachhaltige Veränderungen entstehen können.

 

Meine persönliche Veränderung für das Jahr 2021

Zuzeit bin ich am Erstellen von einem Online- Kurs zum Thema „Veränderungen angehen und Blockaden auflösen“.

Falls Sie Unterstützung in der Umsetzung benötigen, so wäre der Online-Kurs eventuell etwas für Sie.
Der Kurs wird Anfang nächstes Jahr zum Kauf freigegeben.

 

So habe auch ich, durch das Erstellen vom Online-Kurs, mir etwas ermöglicht, was mir zuerst als unmöglich erschien.  
Ich hoffe, dies macht Ihnen noch zusätzlichen Mut!